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Keynote wie Steve Jobs: Was war das Besondere?

Steve Jobs bei einer Präsentation

Keynote wie Steve Jobs – wer sich das vornimmt, will bei einem wahren Genie lernen.

Steve Jobs, der Mitbegründer von Apple, wird häufig mit als Hauptgrund für den rasanten Wiederaufstieg der Tech-Pioniere vom Silicon Valley angeführt. Jobs, so heißt es, hat das öffentliche Ansehen von Chefs und CEOs weltweit revolutioniert. Ohne den berühmten hageren Mann im Rollkragenpulli würde es den heutigen Personenkult um Gestalter wie Elon Musk (Tesla) und Mark Zuckerberg (Facebook) wohl nicht geben – im Guten wie im Schlechten. Konsumenten assoziieren bestimmte Produkte nicht mehr nur mit der Marke, sondern auch mit diesen stellvertretenden Personen.

Als Steve Jobs das iPhone präsentierte, war sein revolutionärer Enthusiasmus nach wenigen Minuten mit dem Kultgerät verschmolzen – und Millionen Konsumenten wurden zu Apple- und Jobs-”Fans”. Nachfolger Tim Cook versuchte nach Jobs’ Krebstod im Jahr 2011 gar nicht erst, bei öffentlichen Auftritten in dessen Schatten zu treten; vielmehr akzeptiert er seither Jobs’ Wirkung als Apples Galionsfigur.

Egal, ob Mac, Macbook, iOS, Apple-TV, iMac, iPod, iPhone, Apple-Watch oder iPad: Die Marke Apple und alle seine Geräte werden ewig mit dem Vermächtnis von Steve Jobs verbunden bleiben. Und das liegt im Wesentlichen an Jobs’ öffentlichem Auftreten.

 

Zitat von Steve Jobs

Lichtgestalt und Kultfigur: Steve Jobs’ Auftreten

Kern des legendären Auftretens des Apple-Mitbegründers waren seine imposanten Reden und Präsentationen. Jobs verstand es wie kein Zweiter, seine komplexen Produkte und Ideen auf entscheidende Schlüsselbegriffe und Impressionen zu reduzieren. Er fand stets den gemeinsamen Nenner, nach dem sein Publikum (bewusst oder unbewusst) gesucht hatte.

Jobs vollbrachte das Kunststück, seine Produkte mit damals aberwitzigen Versprechen anzupreisen (“Revolution der Musik”) oder mit wagemutigen Superlativen zu bewerben (“dünnstes Notebook der Welt”, “schnellstes Smartphone der Welt”), aber gleichzeitig jeden Zweifel darüber im Keim zu ersticken. Wenn Steve Jobs vor dem Publikum sprach, zweifelte kaum jemand an seinen Aussagen. Die Jubelstürme nach wichtigen Ankündigungen (iPhone, iPad) wurden weltweit bekannt. Kerngrund dieser Euphorie ist eine Wahrheit, die öffentliche Reden weltweit inspirierte und einen neuen Boom der öffentlichen Präsentationstechnik auslöste: Steve Jobs erfand den modernen Keynote-Speaker. Seitdem schwingt bei jeder Buchungsanfrage die Hoffnung mit, sich eine Art Steve Jobs auf die Bühne zu holen.

Das Prinzip Jobs: Tipps und Tricks für Keynote-Speaker

Wer so gut wie Steve Jobs reden und präsentieren möchte, braucht vor allem eines: Sehr viel Übung. Laut Weggefährten übte Jobs seine Präsentationen Wochen vorher jeden Tag, damit jedes Wort am Ende saß und die richtigen Akzente gesetzt wurden. Talent hatte Jobs ohne Zweifel; aber man kann davon ausgehen, dass auch ihn schlicht und ergreifend “Übung zum Meister” machte. Dennoch lassen sich anhand seiner Präsentationen ein paar Tricks und Kniffe beobachten, die jedem Keynote-Speaker gut zu Gesicht stehen:

 

1. Probleme benennen – Lösungen anbieten

Dieses Prinzip findet sich in vielen Kommunikationsstrategien: Der Keynote-Speaker benennt ein Problem, das einer Lösung bedarf. Und diese Lösung ist dann zentrale Idee der Präsentation. In Steve Jobs’ Fall war das z.B. die kriselnde Musikindustrie, die er mit dem iPod retten wollte. Beim iPhone löste er ein Problem, das sein Publikum vielleicht noch gar nicht kannte: Viele verschiedene Aufgaben in einem Gerät zu vereinen. Heute hat fast jeder Mensch in der westlichen Welt jederzeit ein Handy als eine Art modernes Schweizer Taschenmesser zur Hand.

Das Publikum davon zu überzeugen, dass es überhaupt ein Problem gibt und gleichzeitig glaubhaft vermitteln, dass man es lösen könne und werde – diese Königsdisziplin beherrschte Jobs wie kaum ein anderer in seinen Keynotes.

 

2. Akzente setzen – Ideen komprimieren

Manch einer unkt, dass der große Unterschied zwischen den Präsentationen der langjährigen Konkurrenten Steve Jobs und Bill Gates (Microsoft) deren Präsentations-Folien waren. Während Gates gerne seine Slides mit Text überlud und so möglichst informativ sein wollte, beschränkte sich Jobs meist auf sehr wenig Zusatzmaterial – mit unverhältnismäßig höherem Punch. Er setzte höchstens auf ein paar aussagekräftige Bilder oder ein kurzes Video.

Jobs irritierte sein Publikum niemals mit ablenkenden Elementen wie ganzen Sätzen und Listen auf Folien. Vielmehr arbeitete er mit einzelnen Bildern und Schemata, die innerhalb von Sekunden verstanden werden konnten. Kurz gesagt sollte die Aufmerksamkeit des Publikums weiterhin voll auf dem Redner liegen. Jobs verstand, sich selbst zu inszenieren und brachte daher keine konkurrierenden Elemente auf seine Folien.

Heute reden die meisten Keynote-Speaker – auch Ingo Radermacher – frei und ohne unterstützendes Material. Aber wenn sie es benutzen, wird meistens der Grundsatz gewahrt, das Zusatzmaterial auf ein Minimum zu reduzieren und das Publikum nicht zu überfordern. Wie man es nicht macht: lediglich die PowerPoint-Slides vortragen. Mit zu vielen, scheinbar gleichwertig priorisierten kleinen Informationen erschlagen Sie Ihre Zuhörer. Der Schlüssel heißt: Klarheit. Daher sei jedem Keynote-Speaker angeraten, einen minimalistischen Stil zu üben, wie Steve Jobs ihn auf die Bühne brachte. Ein Video-Studium von Jobs’ Präsentationen, z.B. auf YouTube, ist da ein guter Anfang.

 

3. Sich inszenieren – aber nicht in den Mittelpunkt stellen

Der große Widerspruch bei Steve Jobs’ Präsentationen war tatsächlich, dass er ein recht zurückhaltender und gar schüchterner Mann war, der eigentlich nie im Mittelpunkt stehen wollte. Jobs wollte lediglich Apples Produkte vorstellen und bewerben – konnte aber letzten Endes nicht verhindern, dass er zur Kultperson mit einer weltweit großen Fangemeinde wurde. Wie passt das zusammen?

Der Trick war sein souveränes Auftreten, das absolute Überzeugung suggerierte. Das Publikum nahm Jobs seinen Enthusiasmus und seine Träume schlicht ab. Das äußere Erscheinungsbild vom Apple-Chef stach nicht besonders heraus: Der längst legendäre schwarze Rollkragen-Pullover war so unaufdringlich, dass Jobs augenscheinlich drohte, im Hintergrund der Bühne zu verschwinden. Minimalismus in Person, scheinbar als Spiegelbild der im Design reduzierten Apple-Produkte wie iPhone, iPad, Macbook und Co.

Sein markantes, kantiges Gesicht, die wachen Augen hinter der dezenten Brille, seine Gestik und der Habitus, ja die gesamte körperliche Präsenz unterstrich die Wirkungskraft seiner Visionen. Unterstützend dazu hatte Jobs eine sehr aufgerichtete Position und nutzte seine Oberarme und Hände als eine Art Taktstock, um dem Publikum die Richtung vorzugeben. Jobs tat alles dafür, dass die Person in den Hintergrund und das Produkt in den Vordergrund rückte. Die Ironie an der Sache ist, dass Jobs dadurch einen dermaßen hohen Grad an Authentizität schuf, dass er zum Star wurde.

 

4. Sich ernst nehmen – sich nicht zu ernst nehmen

Steve Jobs war ebenfalls für seinen Humor bekannt. Als er bei einer Keynote eine Tech-Demo vorstellen wollte, aber das hiesige W-LAN-Netz überlastet war, bat er sein Publikum, alle Mobilgeräte und Laptops auszuschalten und auf den Boden zu legen – notfalls sollten die anwesenden Journalisten Ihre Sitznachbarn dazu drängen.

Bei der heute legendären Vorstellung des iPhone im Jahr 2007 enthüllte Jobs zunächst ein Witzmodell, eine Art Handy mit Wahlscheibe, bevor er zum eigentlichen Mac-Produkt kam. Das erntete viele Lacher im Publikum und stellte Jobs’ Qualitäten als Entertainer unter Beweis.Allerdings hatte dieser Witz einen ganz besonderen Effekt: Es wurde deutlich, wie simpel das iPhone wirklich war, indem es auf die meisten Tasten fast vollständig verzichtete. Jobs konnte so herausstellen, wie unglaublich praktisch und zugleich revolutionär das neue Multi-Touch-System war. Was er als Scherz einleitete, entfaltete als ernste Kernidee umso mehr Wirkung.

Jobs Prinzip als Keynote-Speaker war es, Humor und Ernst in einer effektiven Balance zu halten. Dann gelingt es dem Redner, die wirklich wichtigen Ideen in den Kontrast zur Parodie zu setzen, während er gleichzeitig das Publikum unterhält. Die iPhone-Vorstellung war gerade deswegen so beeindruckend, weil Jobs vorher Handymodelle von Konkurrenten zeigte, die mit Tasten völlig überladen waren, und diese Geräte somit der Lächerlichkeit preisgab. Das zündete – und bei der ‘ernsten’ Enthüllung des iPhone brach das Publikum in Jubel aus.

Steve Jobs bei Produktpräsentation

5. Sicher sprechen – locker bleiben

Letzten Endes ist das der erste Tipp, den man jedem Redner geben könnte: Sicher und flüssig sprechen, ohne sich grammatikalisch zu verhaspeln und ohne über seine eigene Zunge zu stolpern. Nicht zu schnell, nicht zu langsam, laut und deutlich, und so weiter. Bei Jobs kann man diese Grundprinzipien nachvollziehen: Der Apple-Chef sprach stets akzentuiert und flüssig, ließ dem Publikum aber auch Raum zum Denken und Antizipieren. Vor wichtigen Momenten hielt er kurz inne, um diesen vorzubereiten. Nach wichtigen Aussagen ließ er dem Publikum Zeit, die neue Information zu verarbeiten.

Gleichzeitig wirkten Jobs’ Präsentationen nie wie ‘vom Band’ und hatten einen natürlichen Klang. Man glaubte als Zuhörer, Jobs spreche auch im echten Leben so – dies evozierte maximale Authentizität. Hier addiert sich zweifelsohne pures Talent zur Gleichung. Auch wenn Jobs später sagte, er sei bei jeder Präsentation sehr nervös gewesen, spürte man kaum eine Anspannung – und wenn doch, dann war der Trick, diese Anspannung wie positive Aufregung wirken zu lassen. Wie bei einem kleinen Kind, das sich auf Weihnachten freut –  eine ansteckende Freude, die dem Redner nur zugutekommt.

 

Keynote-Speaker: Auf den Spuren des Entrepreneurs

Wer öffentlich reden will und einer Keynote wie Steve Jobs nacheifert, sollte nicht vergessen, dass jeder Redner seinen ganz eigenen Stil hat. Sich als Steve-Jobs-Imitator alles beim ehemaligen Apple-Chef abzuschauen, ist ein zweifelhaftes Vorgehen.

Das Stichwort ist Inspiration. Steve Jobs schaffte es, Millionen Menschen für seine Ideen zu begeistern. Kern seines Erfolges waren seine Reden und Präsentationen, die unserem Verständnis der perfekten Keynote-Rede sehr nahe kommen. Wenn Sie heute einen Keynote-Speaker buchen, dürfen Sie sicher sein, dass er sich in seinem Leben schon einmal vom Handwerk und Talent des Steve Jobs inspirieren ließ.

 

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